Immobilienführer Südafrika

eine Informationsbroschüre für den Immobilienkauf in Südafrika

von Christoph v. Kalckreuth, Email: christoph@traumimmobilien-kapstadt.com

 

Die Saison 2014 sagt aufgrund des schwachen Rand für Südafrika eine große Touristenwelle voraus. Viele Gäste werden sich aufgrund der angespannten finanziellen Situation in Europa und der derzeitigen Randbewegung entschliessen, in Südafrika eine Ferienimmobilie oder eine Immobilie als Investment zu kaufen oder den Entschluss fassen, sich hier niederzulassen. Einzige wirkliche Voraussetzung, die ein ausländischer Käufer mitbringen muss, ist eine gültige Aufenthaltserlaubnis zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses, wobei das Touristenvisum ausreicht. Wer illegal im Land ist, kann/darf keine Immobilie erwerben.

 

Mit dieser Euphorie sollte auf alle Fälle äußerste Wachsamkeit einhergehen. Der Kauf einer Immobilie in Südafrika ist im Prinzip so einfach und unkompliziert, dass man als Unwissender schnell in eine unerwünschte Situation gerät, die finanzielle Nachteile bis hin zum Verlust von Anzahlung und / oder der gewünschten Immobilie führen kann.

 

Die Suche nach der Traumimmobilie läuft in Südafrika meist über eine der vielen Makleragenturen des Landes. Über das Internet, viele Wochen- und Monatsmagazine und die wöchentliche Beilage der Tageszeitungen, erhält man einen guten Überblick über den Immobilienmarkt. Allerdings gibt es erhebliche sprachliche Probleme. So ist es ungleich besser, sich deutsche professionelle Berater zu suchen.

 

Der Kauf der Immobilie läuft fast immer nach dem folgenden Schema ab:

Man findet eine interessante Immobilie. Nach der Besichtigung kommt früher oder später die Entscheidung „das ist es“. Als Käufer gibt man ein Kaufangebot ab, die sog. „Offer to Purchase“. Es wird in der Regel vom Makler aufgesetzt, bzw ein Standardvertrag ausgefüllt. Hier zeigt sich schnell das Fachwissen des Maklers, wenn es darum geht eigene Forderungen und Wünsche einzubringen, die auf Widerspruch beim Verkäufer stoßen könnten. Es sind gewisse Klauseln besonders zu beachten, auf die wir im weiteren Verlauf noch näher eingehen werden. Hat man das Angebot unterzeichnet, überbringt der Makler das Angebot dem Verkäufer. Der Verkäufer hat nun die Möglichkeit das Angebot genau so anzunehmen oder aber ein Gegenangebot abzugeben. Dies geschieht dann unter Korrektur des existierenden Angebots. Der Makler überbringt das Gegenangebot dem Käufer. Dieser kann nun annehmen oder ebenfalls ein erneutes Gegenangebot abgeben. So kann es passieren, dass der Makler mehrmals hin- und hergeschickt wird, bis es letztendlich zu einer Einigung kommt oder eben nicht. Habne sich die Parteien geeinigt wird der Vertrag vom Notar an den vom Verkäufer bestimmten Notar übergeben. Dieser nimmt mit den Vertragsparteien Kontakt auf und steuert die weitere Ausführung des Vertrags. Sämtliche erforderlichen Dokumente, Zertifikate usw laufen bei ihm zusammen. Er bereitet die Zahlung der Übertragungssteuer und die anteilige Grundstückssteuer vor. Innerhalb einer festgelegten Frist wird die Anzahlung fällig, die entweder auf das Treuhandkonto des Notars oder des Maklers überwiesen wird. Weiterhin wird der Notar beim Käufer frühzeitig nach der Differenz des Kaufpreises fragen oder eine Bankgarantie für den Restkaufpreis einfordern. Innerhalb vier bis sechs Wochen nach dem Vertragsschluss sollte der Käufer die Steuern und Gebühren an den Notar gezahlt haben, damit dieser eine Quittung vom Finanzamt erhalten kann. Diese ist erforderlich für die Grundstücksübertragung. Ist das Grundstück mit einer Hypothek belastet, bereitet er weiterhin die entsprechende Ablösung vor. Sollte eine Finanzierung für den Käufer in Betracht kommen, kann er diese Eintragung vorbereiten, es sei denn dass die finanzierende Bank einen anderen Notar dafür bestimmt hat. Etwa ein bis zwei Wochen vor dem Übertragungstermin reicht der Notar alle Dokumente beim Grundbuchamt ein. Der Prozess dauert je nach Arbeitsbelastung fünf bis zehn Werktage, oft auch länger, bis die Übertragung zur Registrierung aufgerufen wird. Am Tag der Übertragung zahlt der Notar den treuhänderisch gehaltenen Kaufpreis an den Verkäufer aus, abzüglich etwaiger Hypothekenschulden. Hat der Makler eine Anzahlung gehalten, zieht er seine Provision von der Anzahlung ab und zahlt die Differenz an den Verkäufer oder den Notar. Die Zinsen aus den Treuhandkonten gehen an den Käufer. Der Makler übergibt in der Regel die Schlüssel an den Käufer.

 

Im Folgenden werden wichtige Punkte angesprochen, die beim Kauf einer Immobilie Beachtung finden sollten.

 

  1. Der Kaufvertrag (Deed of Sale):

In den meisten Fällen wird der Kaufvertrag vom vermittelnden Makler aufgesetzt; in den seltensten Fällen von einem Rechtsanwalt oder Notar. Dies ist ein oft entscheidener Unterschied zum deutschen Recht, wo ein notarieller Kaufvertrag Voraussetzung ist. Zwar verfügen Makler in der Regel über Standartverträge, doch mangelndes juristisches Wissen verhindert oft eine flexiblere Gestaltung des Kaufvertrags, was sich in der Regel ungünstig für den Käufer auswirkt. Denn der Makler ist hier fast ausschließlich für den Verkäufer tätig und verfolgt dessen Interesse auf einen Verkauf zum bestmöglichen Preis, was damit auch eine höhere Provision mit sich bringt.

 

  1. Die Parteien (The Seller and The Purchaser):

Wer verkauft und wer soll kaufen. Unterschiedliche Personen sind denkbar: Privatperson, Gesellschaft (CC oder Pty) oder Trust. Unterschiede hinsichtlich der Käuferposition machen sich ggf. später beim Verkauf bei der Berechnung der Capital Cain Tax bemerkbar. Auch ist eine Zentralbankgenehmigung erforderlich, wenn man als Gesellschafter den Kaufpreis für die Gesellschaft zur Verfügung stellt.

 

  1. Das Grundstück (The Property):

Grundstück: Jedes Grundstück ist im Grundbuchamt registriert und verfügt über eine Grundstücksnummer (Erf Nr). Ein Grundstück kann nur lastenfrei übertragen werden. Der mit der Übertragung beauftragte Notar stellt das sicher. Ein Blick in die Grundstücksurkunde (Title Deed) gibt verlässlich Auskunft darüber, ob vielleicht Rechte Dritter wie Wegerechte oder Nutzungsrechte bestehen. Das Title Deed reflektiert dabei die Geschichte des Grundstücks. Bestehen Sie auf die Einsicht oder auf eine Kopie. Man kann hier immer wieder Überraschungen erleben. Weiterhin gibt es die Möglichkeit Immobilien als Small Holding (Farm), Sectional Title (Egentumswohnung), Fractional Title (Anteile an Immobiliengesellschaft) und Time Share zu erwerben.

 

  1. Die Anzahlung (The Deposit)

Eine Anzahlung muss nicht geleistet werden, wenn sie nicht vertraglich vereinbart ist. In der Regel bestehen Makler oder Verkäufer auf eine Anzahlung. Sie kann der Höhe nach variabel sein, wobei sie 10% des Kaufpreises nicht übersteigen sollte. Es sollte weiternin vereinbart sein, dass die Anzahlung dem Käufer zurückerstattet wird, sollten vertragsauflösende Bedingungen eintreten oder der Kaufvertrag schon nicht zu stande kommen. Die Anzahlung wird in der Regel nach Vertragsschluß fällig. Als ausländischer Käufer sollte man daher darauf achten unter Umständen eine längere Frist für die Anzahlung zu vereinbaren.

 

  1. Fristen:

Die Fristen zur Zahlung von Anzahlung, Kaufpreis, Übertragungssteuer und Notarkosten können frei vereinbart werden. Sind Sie in Südafrika im Urlaub, bedenken Sie, dass Sie Zeit benötigen, bis es Ihnen möglich ist, die Anzahlung elektronisch zu leisten. Langwieriger kann es werden, wenn eine Zentralbankgenehmigung beantragt werden soll, die in der Regel nach 5 bis 10 Werktagen eingeholt ist. Diese ist nicht erforderlich, wenn man die Immobilie im eigenen Namen kauft.

 

  1. Kaufpreis (The Purchase Price):

Der Kaufpreis muss nicht automatisch der Preis sein, der vom Makler oder Eigentümer genannt wird. Mit viel Verhandlungsgeschick kann man oft mehr als 10% des Preises einsparen, denn oftmals sind etwa 10% des Kaufpreises als Verhandlungsspielraum bereits eingebaut. Neben der Möglichkeit einer lokalen Finanzierung des Kaufpreises in der Regel von 50%, kommt es darauf an die Anzahlung sowie den Kaufpreis termingerecht nach Südafrika zu überweisen. Geht man davon aus, dass die Immobilie im privaten Namen gekauft wird, kann der Kaufpreis problemlos nach Südafrika an den Notar überwiesen werden. Heben Sie alle Zahlungsbelege auf und lassen Sie sich vom Notar eine Eingangsbestätigung geben. Diese Dokumente werden  Sie brauchen, wenn Sie eines Tages den Erlös aus dem Verkauf Ihrer Immobilie wieder ins Ausland transferieren wollen. Wichtig zu wissen ist, dass Sie den gesamten Verkaufserlös ausführen dürfen als Privatperson! Ein entsprechender Vermerk sollte von der Bank auf dem „Title Deed“ eingetragen werden. Während man im Normalfall eine Anzahlung von 5 bis 10% des Kaufpreises nach Unterschrift der Parteien zu leisten hat, wird die Differenz erst kurz vor der Ürbertragung faellig. In der Regel ist jedoch vertraglich geregelt, dass der Käufer nachweisen muss, dass ihm das Geld für den Kaufpreis auch zur Verfügung steht. Dies geschieht in der Regel durch eine Bankgarantie einer lokalen Bank. Als Ausländer muss man daher darauf achten, dass man entweder den Kaufpreis frühzeitig auf ein Konto in Südafrika ueberweist oder eine Bankgarantie aus dem Ausland per Swift schickt.

 

  1. Maklerprovision (Commission)

Die Maklerprovision wird grundsätzlich vom Verkäufer getragen, da dieser den Makler zur Vermarktung beauftragt hat. Letztendlich ist die Courtage jedoch im Kaufpreis enthalten. Sie beträgt zwischen 3 und 7,5% des Kaufpreises. Oft erhält der Makler vertraglich die Möglichkeit, die Anzahlung des Käufers treuhänderisch zu halten, um am Tag der Übertragung daraus seine Provision in Abzug bringen zu dürfen.

 

  1. Bankgarantie (Bank Guarantee):

Will man die Überweisung des Restkaufpreises an den Notar aus Sicherheitsgründen vermeiden, gibt es die Möglichkeit eine Bankgarantie abzugeben. Der Notar verlangt in der Regel einen Nachweis vom Käufer über die Verfügbarkeit des Restkaufpreises. Der Käufer kann dann eine Bankgarantie einer der lokalen Banken an den Notar geben. Sollte eine lokale Finanzierung gewünscht sein, tritt ein entsprechendes Schreiben der finanzierenden Bank an die Bankgarantie. Mit viel Mühe und Kosten sind Bankgarantieen ausländischer Banken verbunden. Sollte dies gewünscht sein, muss dies ausdrücklich im Vertrag Erwähnung finden, da ansonsten der Verkäufer auf eine Bankgarantie einer lokalen Bank bestehen kann. Wir bieten in Zusammenarbeit mit der Investec Bank die Möglichkeit an, Geld im Namen des Käufers auf einem Investmentkonto zinsbringend anzulegen und über den Kaufpreis kostengünstig eine Bankgarantie zu erstellen. So verbleibt der Restkaufpreis sicher im Namen des Käufers angelegt und wird erst am Tag der Übertragung überwiesen.

 

  1. Lokale Finanzierung (Finance):

Eine lokale Finanzierung in Höhe von 50% des Kaufpreises an einen Ausländer zum Erwerb einer Immobilie ist problemlos möglich, wenn die Einkommensverhältnisse des Käufers entsprechend der Vorgaben der Banken sind. Als Inhaber einer Arbeitserlaubnis oder anderer langfristiger Aufenthaltsgenehmigung, kann man auch eine Finanzierung von bis zu 90% des Kaufpreises erhalten. Folgende Dokumente sind erforderlich um eine Finanzierung beantragen zu können: unterschriebener Kaufvertrag, Einkommensnachweise der letzten drei bis sechs Monate, Kopie des Reisepasses. Die Möglichkeit der lokalen Finanzierung findet sich in einer Klausel wieder, die als vertragsauflösende Bedingung formuliert ist. Für viele Südafrikaner ist eine Finanzierung unbedingt erforderlich. Sollte sie dann abgelehnt werden, gilt im Falle einer vorhandenen Klausel der Vertrag als nicht zu stande gekommen.

 

  1. Notar (The Conveyancer):

Der Notar wird vom Verkäufer bestimmt. Der Käufer hat jedoch die Möglichkeit, seinen eigenen Notar im Angebot vorzuschlagen. Hier kann man unter Umständen Kosten sparen, wenn man einen Notar kennt, der einem einen Diskount seiner Gebühren einräumt. Notare können bis zu 50% Nachlass auf ihre eigenen Gebühren geben. Der Notar kommt erst dann ins Spiel, wenn der Kaufvertrag bereits unterzeichnet ist. Er übernimmt die Kontrolle der Erfüllung des Vertrags durch die Vertragsparteien und wird zum “Herren des Verfahrens”. Er begleitet letztendlich die Übertragung des Grundstücks im Grundbuchamt.

 

 

  1. Übertragungsdatum (Date of Transfer):

Es wird ein Termin für die Übertragung festgelegt. Die Übertragung soll dann auch äußerst zeitnah erfolgen, was sich aufgrund des oben genannten Ablaufs manchmal schwierig gestaltet.

 

  1. Mietausgleich (Occupational Interest):

Oft wird ein bestimmter Betrag im Vertrag vereinbart, den derjenige an den jeweiligen Eigentümer zu zahlen hat, der das Haus nutzt. Das heisst, dass beovr eine Übertragung stattgefunden hat, der Käufer bereits einziehen kann, dann aber für den Zeitraum bis zur Übertragung eine mietähnliche Zahlung monatlich leistet. Andererseits kann aber auch zusätzlich vereinbart werden, dass der Verkäufer auch noch nach der Übertragung im Haus wohnt. In einem solchen Fall zahlt der Verkäufer an den Käufer für den Zeitraum nach der Übertragung die sog “Occupational Interest”.

 

  1. „Vootstoots“:

Diese Klausel bedeutet soviel wie “wie gesehen so gekauft” und ist fast immer in den Kaufverträgen zu finden und kaum ein Verkäufer lässt sich darauf ein, diese Klausel aus dem Vertrag zu nehmen. Es ist daher wirklich wichtig sich selbst umfassend über das Haus und das Grundstück zu informieren.

 

  1. Condition Report

Dem Kaufvertrag wird ein vom Verkäufer auszufüllendes Formular hinzugefügt, auf dem dieser angeben muss, in welchem Zustand sich das Haus, Pool, Geräte usw befinden.

 

  1. “Electrical, Beatle, Gas & Water      Certificate”:

Vom Verkäufer oder seinem Makler sind ein Nachweis hinsichtlich der Gasinstallation, Stromkreisläufe im Haus sowie im Western Cape ein Nachweis über den Zustand der Holzbauteile im Gebäude, d.h. ob dort ein Käferbefall vorliegt, vorzulegen. Weiterhin verlangt die Gemeinde Kapstadt eine Kontrolle der Wasserleitungen auf dem Grundstück zur vermeidung von unnötigem Wasserverlust. Diese Zertifikate werden von dafür zugelassenen Personen ausgestellt und müssen dem Notar vor der Übertragung vorliegen. Diese Schutzklausel für den Käufer kann von den Parteien teilweise abbedungen werden.

 

  1. Zusätzliche Gegenstände (Fixtures and Fittings):

Neben der Immobilie können auch weitere Gegenstände im Haus miterworben werden. Neben solchen Dingen, die fest mit dem Gebäude verbunden sind (Fixtures & Fittings), wie Einbauschränke etc. die grundsätzlich im Haus verbleiben müssen, können weitere Dinge selbstverständlich miterworben werden. Hier kann es ggf sinnvoll sein, den Verkauf von Möbeln, Pkw usw vertraglich separat zu regeln oder zumindest klar zu kennzeichnen, um nicht auch noch Übertragungssteuer darauf zahlen zu müssen.

 

  1. Zeitablauf des Angebots:

Viele Kaufangebote werden mit einer Annahmefrist versehen. Läuft die Frist ab, ohne dass der Verkäufer das Angebot angenommen hat, ist der Käufer mit Fristablauf nicht mehr an das Angebot gebunden. Nicht selten lässt der Verkäufer sich bis zur kurz vor Fristablauf Zeit. Man sollte daher tunlichst vermeiden in der Zwischenzeit an anderer Stelle weitere Angebote abzugeben, ohne die Gewissheit zu haben, dass es abgelehnt worden ist oder ein Gegenangebot abgegeben wurde.

 

  1. Sondervereinbarungen (Special Conditions)

Oftmals werden auflösende Bedingungen unter den Special Conditions aufgeführt. So ist es sinnvoll hier noch einmal auf die Einsicht einer Kopie des Title Deed hinzuweisen. Weiterhin sollten die genehmigten Baupläne und der Condition Report Bestandteil des Kaufvertrags werden. Sinnvoll kann es sein hier zu regeln, einen Gutachter das Haus besichtigen zu lassen, um einen umfassenden Bericht über den Zustand des Hauses zu erhalten. Auch die Übergabe von Schlüsseln für sämtliche Türen oder die Fernbedienungen für Einfahrt und Garage sollten hier angegeben werden. Ggf ist schliesslich noch auf die Satelitenschüssel, der Telefonanschluss und die Alarmanlage zu achten.

 

  1. Unterschriften (Signature):

Der Vertrag kommt nur zu stande, wenn er von allen Parteien unterschrieben worden ist.

 

  1. Consumer Protection Act

Das Gesetz zum Schutz von Konsumenten ist im Rahmen von Immobilien-Kaufverträgen anwendbar. Wenn es auch bei einer Übertragung zwischen zwei Privatpersonen in der Regel nicht zum Greifen kommt, sind kommerzielle Immobilienverkäufer wie Landentwickler und Makler angehalten, sich an die Regelungen dieses Gesetzes zum Schutze des Konsumenten zu halten.

 

  1. Kosten

Neben der Grunderwerbssteuer (transfer duty) fallen Gebühren vom Notar und Grundbuchamt an. Weiterhin müssen anteilig die jährlichen Grundstückssteuern vom Käufer bezahlt werden. Die Notargebühren und vor allem die Grunderwerbssteuer werden in der Regel etwa vier Wochen vor der Grundstücksübertragung an den Notar überwiesen, der die Steuer an den Fiskus abführt. Die Quittung des Finanzamts ist ein wichtiger Bestandteil, ohne den eine Grundstückübertragung vom Grundbuchamt nicht durchgeführt wird. Die Grunderwerbssteuer ist wie folgt gestaffelt:

Kaufpreis

R 1 – R 600,000:                                          keine Transfer Duty

R 600,001 – R1,000,000:                  3% des Wertes der über R 600,000 liegt

R 1,000,001 – R 1,500,000:              R 12,000 plus 5% des Wertes der über R 1,000,000 liegt

R 1,500,001 und höher:                                R 37,000 plus 8% des Wertes der über R 1,500,000 liegt.

 

Dies unabhängig davon, ob die Immobilie von einer natürlichen oder juristischen Person gekauft wird. In der Vergangenheit wurde dies unterschiedlich gehandhabt.

 

  1. VAT Vendor

Ist der Verkäufer zur Mehrwertsteuer (VAT – Value Added Tax) angemeldet (z.B. Developer (Landentwickler) oder Gewerbeimmobilie wie Guesthouse) sind folgende Konstellationen möglich:

 

a)     Ist der Käufer Privatperson oder juristische Person und nicht zur Mehrwertsteuer angemeldet, muss der Verkäufer 14% VAT abführen, die in der Regel auf den Kaufpreis draufgeschlagen werden.

b)    Ist der Käufer ebenfalls zur Mehrwertsteuer angemeldet, kann vorab beim Finanzamt ein sogenanntes „Zero-VAT-Geschäft“ angemeldet werden. Hier braucht die VAT dann nicht abgeführt zu werden. Dies ist sehr parktisch, da es dem Käufer erspart bleibt, beim nächsten Mehrwertsteuerausgleich die gezahlte Mehrwertsteuer zurückzufordern.

 

  1. Zentralbankgenehmigung

Eine Zentralbankgenehmigung für die Einfuhr von Devisen für die Zahlung des Kaufpreises wird nur dann erforderlich, wenn Sie als Gesellschafter einer südafrikanischen Gesellschaft Ihrer Gesellschaft ein Darlehn zum Kauf einer Immobilie geben wollen. Da es sich dann um einen Auslandskredit handelt, muss dieser bei der Zentralbank angemeldet werden. Die Registrierung als Auslandskredit ermöglicht Ihnen dann Zinsen ohne Genehmigung und Kapital mit problemloser Genehmigung aufgrund des Darlehnsvertrags wieder auszuführen.

 

 

  1. Einkommensteuernummer (Income Tax Number)

Im Regelfall verlangt der Notar, dass der Käufer sich in Südafrika beim Finanzamt eine Einkommensteuernummer beschafft. Das Finanzamt will so sicherstellen, dass Eigentümer, die ihre Immobilie vermieten werden, die Einnahmen entpsrechend versteuern. Eine Verpflichtung ist aber ansonsten nur gegeben, wenn die Immobilie verkauft wird, da in diesem Fall die Zahlung von Capital Gains Tax erforderlich sein könnte und dies muss dem Finanzamt entsprechend unter der Angabe einer Einkommensteuernummer mitgeteilt werden.

 

  1. Die Grundstücksurkunde (Title Deed)

Etwa drei bis vier Monate nach dem Erwerb der Immobilie erhalten Sie vom Notar die Grundstücksurkunde, das sog. „Title Deed“. In dieser Urkunde ist das verbriefte Recht am Eigentum des erworbenen Grundstücks. Darin sind sowohl der Kaufpreis als auch die Vertragsparteien genannt. Weiterhin gibt es wie bereits Informationen über sämtliche Rechte Dritter (wie Wegerechte, Wasserrechte) und sonstige Belastungen. Als Ausländischer Käufer sollte man darauf achten, dass das eine beglaubigte Kopie des Title Deed „endorsiert“ wird. Ein „Non Resident“ Stempel weist dann nach, dass der Käufer Ausländer ist. Liegt ein solches Dokument vor, erleichtert dies das Antragsverfahren für die spätere Ausfuhr des Erlöses beim Verkauf der Immobilie. Den Stempel erhält man in der Regel bei der Bank, über die die Gelder zum Kauf der Immobilie ins Land geflossen sind. Der Stempel sollte nicht auf das Original Title Deed gestempelt werden, da das Title Deed dann ungültig wird.

 

Es kann nicht deutlich genug darauf hingewiesen werden, dass viele der oben genannten Punkte wenn üerhaupt nur kurz von den am Prozess des Immobilienerwerbs beteiligten Parteien (insbesondere den Maklern) angesprochen werden. Eine rechtliche Beratung und sei es nur die Kontrolle des Angebots bevor (!) es vom Käufer unterschrieben wird, sollte immer in Anspruch genommen werden. Hierfür steht Ihnen der Unterzeichner stets zur Verfügung.

 

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Kauf und später viel Freude an Ihrer Immobilie in Südafrika.

 

Christoph v. Kalckreuth

Rechtsanwalt (Deutschland)

 

Geschäftsführender Gesellschafter bei

Anwalt am Kap CC & Euroconsulting (Pty) Ltd

Registrierter Finanzberater (registered Financial Services Provider)

Commissioner of Oaths

Agent beim Handelsregister Südafrika (CIPC)

Maklerlizenz als Principal

 

Zur Person: Rechtsanwalt Christoph von Kalckreuth lebt seit 2001 in Südafrika und ist als Rechtsberater in den Bereichen Immobilien, Firmengründungen, Immigration, Steueranmeldungen und Geldtransfers tätig. Weiterhin ist er als Treuhänder und Trustee mit der Geschäftsführung mehrerer mittelständischer Unternehmen am Kap beauftragt. Aufgrund seiner Anwaltszulassung in Deutschland berät er zunehmend Südafrikaner bei juristischen Problemen in Deutschland.

 

Er steht beim Immobilienerwerb oder –verkauf von der Suche bis zum Abschluss der Übertragung beratend zur Seite. Er prüft das Kaufangebot ebenso wie das Title Deed und berät bei der Ausarbeitung des Kaufpreises. Hierfür kann er auf weitere Unterlagen des Grundbuchamts zurückgreifen. Oftmals übernimmt er die Kaufpreisverhandlungen und ersetzt nicht selten den Makler. Er bildet weiterhin das Bindeglied zwischen den einzelnen Parteien und schafft das notwendige Vertrauen zwischen Verkäufer und Käufer, insbesondere wenn eine der Parteien im Ausland lebt. Für die Parteien vor Ort ist es wichtig einen lokalen Ansprechpartner zu haben und füden Mandanten im Ausland ist es wichtig zu wissen, dass vor Ort alles mit rechtn Dingen zu geht und auch er einen Ansprechpartner in Südafrika hat, der ihm in seiner Muttersprache die Abläufe erläutert über den gesamten Zeitraum des Immobilienerwerbs begleitet. Viele Probleme können so kurzfristig lokal behoben werden. In Zusammenarbeit mit Investec Bank werden die Geldtransfers abgewickelt und so sichergestellt, dass der Käufer bei einem späteren Verkauf der Immobilie den gesamten Erlös auch wieder ausführen kann. Er führt die Kommunikation mit dem Notar und erläutert dem Mandanten die weiteren Abläufe, erstellt Zahlungspläne und hält alle Parteien stets auf dem Laufenden. Er vertritt nicht selten den Käufer bei der Schlüsselübergabe und besorgt im Vorfeld die Hausversicherung und den Sicherheitsdienst um die Sicherheit des Hauses weiterhin in allen Belangen gewärleisten zu können. Schliesslich bietet er auch die Möglichkeit der Hausverwaltung von Immobilien an.

 

Weitere Informationen finden Sie sowohl auf www.anwaltamkap.com als auch auf www.euroconsulting.co.za.